Erfolg

Highways zum Erfolg

Heft 04, 2019

Highways zum Erfolg

Patanjali Pundit |Autor

Heft 04, 2019


Im 21. Jahrhundert kann man Straßen, trotz Fortschritten beim Transport auf dem See-, Luft- und Schienenweg, als Nervenzentrum der indischen Wirtschaft bezeichnen. Die National Highways Development Projects (NHDP) werden seit dem Jahr 2000 im Rahmen des größten Entwicklungsprojekts des Landes von der National Highways Authority ofIndia (NHAI) in sieben Phasen umgesetzt

Die Geschichte der Menschheit steckt seit alters her voller Beispiele für Migration, wozu der Transport von Menschen und Material gehört, was auf die Bedeutung des Transportwesens verweist. In Indien kommt diese Bedeutung dem (circa) 115.400 km langen National Highways-Netz zu.

BESCHLEUNIGTE ENTWICKLUNG

Die Planung neuer und die Verbesserung bestehender Straßen ist entscheidend für eine wachsende Wirtschaft wie Indien, insbesondere im Hinblick auf Richtlinien wie ‚Make in India‘, da 65 Prozent der Güter und 80 Prozent der Personen auf der Straße transportiert werden. Indiens National Highways machen derzeit nur 1,7 Prozent des riesigen Straßennetzes aus, und dennoch werden dort mehr als 40 Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens abgewickelt. Zum Vergleich: Autobahnen machen 5 Prozent des Straßennetzes in Brasilien, Japan und den Vereinigten Staaten und 13 Prozent in Korea und Großbritannien aus.

Das indische Straßennetz ist mit einer Gesamtlänge, die sich von 0,399 Millionen Kilometer Mitte des 20. Jahrhunderts auf fast 4,7 Millionen Kilometer in 2015 erhöht hat, mittlerweile das größte der Welt. Die Länge des National Highway-Netzes in Indien wächst mit exponentieller Geschwindigkeit: von 24.000 km (1947 – 69) auf 96.214 km (2015).

NHDP – VORBOTE DER ENTWICKLUNG

In Indien trägt das National Highway Development Project (NHDP) in direkter Weise zum schwindelerregenden Wachstum der Straßeninfrastruktur bei. Das Projekt startete in 1998, und in dessen Rahmen sollen die wichtigsten indischen Highways ausgebessert, saniert und erweitert werden, damit die Transportanforderungen erfüllt werden und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes angekurbelt wird. Das Projekt wurde von der National Highways Authority ofIndia (NHAI) unter der Aufsicht des Verkehrsministeriums verwaltet. Das Golden Quadrilateral (GQ) – das größte Highway-Projekt Indiens und das fünftgrößte der Welt – verbindet die vier großen Metropolen in den vier Himmelsrichtungen: Delhi (Norden), Chennai (Süden), Kolkata (Osten) und Mumbai (Westen). Es wurde im Rahmen des NHDP geplant, in 2001 gestartet und in 2012 abgeschlossen und durchquert die 13 Bundesstaaten Andhra Pradesh, Bihar, Gujarat, Haryana, Jharkhand, Karnataka, Maharashtra, Neu Delhi, Odisha, Rajasthan, Tamil Nadu, Uttar Pradesh und Westbengalen.

Das Projekt wurde von der National Highways Authority ofIndia (NHAI) unter der Aufsicht des Verkehrsministeriums verwaltet. Das Golden Quadrilateral (GQ) – das größte Highway-Projekt Indiens und das fünftgrößte der Welt – verbindet die vier großen Metropolen in den vier Himmelsrichtungen: Delhi (Norden), Chennai (Süden), Kolkata (Osten) und Mumbai (Westen). Es wurde im Rahmen des NHDP geplant, in 2001 gestartet und in 2012 abgeschlossen und durchquert die 13 Bundesstaaten Andhra Pradesh, Bihar, Gujarat, Haryana, Jharkhand, Karnataka, Maharashtra, Neu Delhi, Odisha, Rajasthan, Tamil Nadu, Uttar Pradesh und Westbengalen.

SCHNELLSTRASSEN FÜR DAS WACHSTUM

In jüngerer Zeit kamen die Yamuna- und die Taj-Schnellstraße zum indischen Highway-Netz hinzu. Die 165 km lange sechsspurige Yamuna-Schnellstraße wurde in 2012 eröffnet und reduzierte die Reisezeit zwischen der National Capital Region (NCR) und Agra erheblich. Sie hat außerdem Anschluss an die 302 km lange Agra-Lucknow-Schnellstraße bzw. die Taj-Schnellstraße, die längste Indiens. Ähnlich, wie es bei der Mumbai-Pune-Schnellstraße der Fall war, verzeichnete auch die Yamuna-Taj-Region einen Investitionsanstieg entlang der gesamten Strecke der Yamuna-Schnellstraße.

Indiens Straßenbauvision beschränkt sich nicht nur auf inländisches Territorium, sondern es soll auch die Konnektivität insbesondere in Ostasien verbessert werden

„INDISCHE GIRLANDE“

Im Oktober 2017 verabschiedete die Regierung das BharatmalaPariyojna (das Projekt „Indische Girlande“), ein zentral finanziertes, übergeordnetes Infrastrukturprojekt, das alle Highway-Projekte einschließlich dem NHDP zusammenfasst. Mit geschätzten 83.677 km gebauten Straßen und Investitionen von 96 Milliarden USD von 2017 – 2022 ist es eines der größten Straßeninfrastrukturprojekte. Mithilfe von BharatmalaPariyojna sollen 550 Hauptbezirke durch vierspurige Highways verbunden werden., indem die Anzahl der Korridore erhöht wird. Außerdem sollen 80 Prozent des Güterverkehrs auf National Highways verlagert werden, indem 24 Logistikparks, 66 Zwischenkorridore, 116 Zufahrtsstraßen und 7 nordöstliche multimodale Häfen verbunden werden. Mit dem Projekt soll die Konnektivität verbessert werden, insbesondere entlang der wirtschaftlichen Korridore, Grenzgebiete und entlegenen Regionen, um Güter schneller zu transportieren und die Exporte anzukurbeln.

Große Unternehmen sind sehr daran interessiert, in das industrielle Wachstum von Sektoren zu investieren, für welche die YamumaExpressway Industrial Development Authority zuständig ist

Ein LKW auf dem Highway im Himalaya in der Nähe des Tanglang la Passes, eines Himalaya-Gebirgspasses auf dem Leh-Manali-Highway

GRENZÜBERSCHREITEND

Die einstmalige ‚Look East‘-Politik wurde zur jetzigen Act East-Politik, wobei eine hohe Transportkonnektivität eine Rolle spielt.Mehr als 40 Prozent des indischen Handels werden mit den süd- und südostasiatischen Nationen abgewickelt. In Indien, welches das Asian Highway Network Agreement in 2003 unterzeichnet hat, befinden sich über 27.000 km des geplanten Straßennetzes. Der Trilaterale IMT- (Indien-Myanmar-Thailand) Highway bzw. der Ost-West-Wirtschaftskorridor ist 3.200 km lang und verbindet Moreh in Indien (Manipur) über Myanmar mit Mae Sot in Thailand. Bis zum Abschluss fehlen nicht einmal mehr 400 km. Die Route soll Handel und Wirtschaft in der ASEAN-Indien-Freihandelszone sowie in den übrigen Gebieten in Südostasien ankurbeln. Indien und die ASEAN planen die Erweiterung dieser Route nach Laos, Kambodscha und Vietnam. Schätzungen zufolge wird diese Konnektivität bis 2025 durch die Zunahmen des BIP 70 Milliarden USD und durch Beschäftigungswachstum 20 Millionen USD generieren.Das Engagement der indischen Regierung für die – insbesondere straßenbezogene – Infrastrukturentwicklunghat im letzten Jahrzehnt für große Erfolge gesorgt. Diese Änderung hat die indische Wirtschaft sehr beflügelt, weil sie belastbare Lösungen für logistische Engpässe bietet und das Reisen für den Durchschnittsinder einfacher und bequemer macht.

Patanjali Pundit

Patanjali Pundit, Absolvent der Columbia University und der London School of Economics, ist Historiker, Schriftsteller und Unternehmer.
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