Partnerschaft

Stärkung

Heft 04, 2020

Stärkung

AKSHAT JAIN |Autor

Heft 04, 2020


Indien hat während der COVID-19-Pandemie mehrere innovative Maßnahmen ergriffen, um seine diplomatischen Beziehungen zum Rest der Welt durch stabilere, progressivere und proaktive Beziehungen zu seinen diplomatischen Partnern zu stärken

Inmitten der Ausbreitung von COVID-19 hat Indien sein Engagement für weitreichende globale Entwicklung durch Stärkung seiner diplomatischen Beziehungen bekräftigt. Nach einer Reihe hochrangiger diplomatischer Kontakte in den letzten Monaten fand am 15. Juli das 15. Indien-EU-Gipfeltreffen statt. Hauptziel war die Förderung eines effektiven Multilateralismus, der Kampf gegen die COVID-19-Pandemie durch internationale Kooperation, die Erleichterung von Handel und Investitionen, Clean Energy and Climate Partnerships, Forschung und Entwicklung im Bereich 5G und künstliche Intelligenz, weltweiter Frieden und Sicherheit, die Förderung zwischenmenschlicher Kontakte und die Ausarbeitung der Erklärung ‚EU-India Strategic Partnership: a Roadmap to 2025.

In den letzten Monaten hat sich Indien als fester und zuverlässiger Partner gezeigt, wenn es um regionale Partnerschaften geht. Die Regierung mit Premierminister Narendra Modi an der Spitze engagiert sich im Rahmen der ‚Neighbourhood First’ und ‚Act East’ Politik für beidseitig vorteilhafte regionale Beziehungen.

Der indische Premierminister Narendra Modi und der Premierminister von Mauritius, Pravind Kumar Jugnauth, eröffnen das neue Supreme Court Gebäude von Mauritius auf virtuellem Weg

INDIEN-EU-SYNERGIEN
Die Europäische Union ist ein kollektiver und starker Zusammenschluss in Europa mit 27 Mitgliedsstaaten, die der Idee folgen, Inklusion, Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität und Diskriminierungsfreiheit in der gesamten Region zu fördern. Da sich Indien mit seiner Stabilität und seinem enormen Wachstumspotential als eines der vielversprechendsten Investitionsziele in Asien präsentiert, bot der Indien-EU-Gipfel eine perfekte Gelegenheit, die bestehenden Beziehungen des Landes zur Europäischen Union zu stärken.

PM Modi führte die indische Delegation für den EU-Gipfel an, während die europäische Seite durch den Präsidenten des Europarates, Charles Michel, und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vertreten wurde. Beide Seiten beschlossen eine Zusammenarbeit zum Nutzen der Völker durch Förderung der Werte von Demokratie, Recht und Menschenrechten. Da der Multilateralismus eine positive Facette der diplomatischen Beziehungen ist, entschieden beide Seiten, eine regelbasierte Ordnung mit UN und WTO im Zentrum zu implementieren.

Außenminister Dr. S. Jaishankar (Mi.), Piyush Goyal, Unionsminister für Bahnverkehr und Minister für Handel und Industrie, und Harsh Vardhan Shringla (Außenamtssekretär) starten virtuell die zehn Breitspur-Lokomotiven nach Bangladesch

Weitere Gesprächsthemen waren ganzheitliche Entwicklung und menschenzentrierte Digitalisierung, um inklusive Ökonomien und Gesellschaften zu bilden. Nachdem die Länder in aller Welt versuchen, ihre Volkswirtschaften wiederzubeleben, drehten sich die Diskussionen um die Eröffnung neuer wirtschaftlicher Chancen. Im Hinblick auf die Gemeinsame Agenda zu Migration und Mobilität (CAMM), die in 2016 auf dem 13. Indien-EU-Gipfel in Brüssel, Belgien, beschlossen wurde, begrüßten beide Seiten aktive zwischenmenschliche Kontakte, unter anderem zwischen Studierenden, Forschern, Berufstätigen, Wirtschaftsakteuren und Touristen.

Beide Seiten sprachen ausführlich über ihr verstärktes Engagement für eine umfassende Konnektivitätspartnerschaft. Ein Höhepunkt des Gipfels war die Annahme der Erklärung ‚India-EU Strategic Partnership: a Roadmap to 2025’ für eine beidseitig vorteilhafte Kooperation zwischen Indien und der EU in den nächsten fünf Jahren. Die indische Seite begrüßte außerdem die laufenden europäischen Investitionen im Land und die geplante Investition von 500 Millionen EURO in U-Bahnprojekte in Pune und Bhopal.

KONNEKTIVITÄT ZWISCHEN NACHBARLÄNDERN
Selbst in diesen schwierigen Zeiten fokussiert sich Indien weiter auf die wirtschaftliche Entwicklung im Land und in seiner direkten Nachbarschaft.

Mansukh Mandaviya, (unabhängiger) Staatsminister für Schifffahrt und Staatsminister für Chemikalien und Düngemittel, startete den ersten Testlauf eines Containerschiffs von Kolkata über den Hafen Chattogram in Bangladesch nach Agartala, da das Nachbarland die Nutzung seiner Häfen Chattogram und Mongla für den Warenverkehr von und nach Indien durch sein Territorium gestattete. Der Testlauf des Schiffs war ein historischer Schritt und eine großartige Initiative, um die synergetischen Konnektivitätsbeziehungen zu den Nachbarländern zu stärken.

Die Güter erreichten zunächst den Hafen Chattogram und wurden dann mit einer LKW-Flotte aus Bangladesch nach Agartala transportiert. Dieser Schritt war das Ergebnis der Unterzeichnung und des Austauschs einer Verfahrensvorschrift zwischen Indien und Bangladesch in Anwesenheit von Premierminister Narendra Modi und seiner bangladeschichen Amtskollegin Sheikh Hasina während ihres Besuchs in Indien im Oktober 2019. Die Nutzung dieser Häfen wird die Transportzeit für indische Güter reduzieren und sich finanziell vorteilhaft für beide Nationen auswirken.

Ebenfalls vorteilhaft für Indiens grenzüberschreitenden Handel mit Bangladesch ist die bedeutsame Einrichtung eines funktionierenden Schienenfrachtkorridors zwischen den beiden Nationen. Ein indischer Güterzug mit FMCG-Gütern und anderen Waren kam nach seiner ersten Fahrt am 25. Juli in Bangladesch an. Der Korridor verbindet wichtige Bahnhöfe in Indien und Bangladesch und wird Handel und bilateraler Entwicklung den langersehnten Schub verleihen.

Während die Welt immer noch von der Ausbreitung der COVID-19-Pandemie betroffen ist, hat Indien begonnen, an der Entwicklung eines Plans zur Exportförderung zu arbeiten. Der Plan fokussiert sich auf die Reduzierung der Importabhängigkeit und Entwicklung von Autarkie bzw. ‚Atmanirbhar’. Der fortwährende Fokus des Landes liegt auf der Förderung der Inlandsproduktion, um Importe zu reduzieren. Für den Aufbau von Indiens Position in den globalen Wertschöpfungsketten wird ein systematischer Ansatz verfolgt, und aus diesem Grunde ist es entscheidend, unsere bilateralen, wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu Partnerländern noch weiter zu stärken.

AKSHAT JAIN

Akshat Jain ist Autor, Kolumnist, Blogger und Wissenschaftler an der IIT Delhi. Er hat Bücher, zahlreiche Artikel und Studien zu verschiedenen Ideen und Genres verfasst. Sein aktuellstes Buch „My Illusion my Mistake“ ist den vierzig Familien gewidmet, die von den Pulwama-Angriffen betroffen sind
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